Ausstellung der Künstlerin Ruth Eckstein

„Abstraktion – Komposition – Figuration“ lautete der Titel einer Ausstellung mit von Werken der Hagener Künstlerin Ruth Eckstein in der Ardenku-Galerie in Hagen. Würde sie noch leben, hätte Ruth Eckstein an dem Tag ihren 95. Geburtstag gefeiert. Viele der Anwesenden bei der Vernissage hatten Ruth Eckstein noch persönlich gekannt und erinnerten sich daran, wie sie in ihrem Atelier am Sperberweg gearbeitet hat. Auch Familienangehörige waren bei der Veranstaltung zugegen, erfreut und zufrieden darüber, dass die Künstlerin in ihrer Heimatstadt nach einer kleinen Hommage im Hagener Fenster im Osthausmuseum 2013 wieder einmal gewürdigt wurde.

Ruth Ecksteins Weg zur Kunst

Ruth Eckstein wurde zwar am 10. Januar 1920 in Wetter geboren, allerdings war sie gerade ein halbes Jahr alt, als die Familie nach Hagen zog, wo sie – von einigen Jahren im schwäbischen Exil während der NS-Zeit – von da an immer lebte. Ihr Vater war vor der Machtergreifung der Nationalsozialisten und der Einführung der Rassengesetze ein renommierter Architekt in Hagen, der an der Cuno-Siedlung mitgewirkt hat und auch den Impuls für den Kuppelbau der im Krieg zerstörten Stadthalle gegeben. Kunst und Kultur gehörten im Hause Eckstein zur Tagesordnung, seien es Essenseinladungen für Künstler oder ein Besuch im Louvre. Da Ruth Ecksteins Großvater Buchhändler war, gab es ein breites Lektüreangebot und auch ihre Mutter, die als Schneiderin eine eigene Werkstatt leitete, vermittelte ihren Kindern ein Gespür für Ästhetik, Farben und Formen. So war es kein Wunder, dass sich Ruth – als sie nach dem Krieg ihr Leben neu beginnen konnte – für eine Ausbildung an der Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart entschied.

Der Weg bis dahin war jedoch keineswegs leicht. Die Familie siedelte 1938 nach Stuttgart um. 1941 wurde Ruth zur Zwangsarbeit in der Industrie herangezogen wurde. Ich habe es nirgendwo gelesen, aber ich vermute, dass ihr und ihrer Familie zu dieser Zeit die Deportation erspart wurde, weil ihre Mutter keine Jüdin war. Wenige Monate vor dem Zusammenbruch des Systems der Nationalsozialisten kam sie noch ins Konzentrationslager Theresienstadt, dass sie überlebt hat und von wo aus sie sich nach der Befreiung bis Stuttgart durchgeschlagen hat. Ihr Bruder Hans lebte da bereits in Kanada, wohin er 1939 geflohen war.

Ruth Eckstein begann 1947 ihr Studium an der Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart, wo sie zur Meisterschülerin von Willi Baumeister wurde, der sie durch seine künstlerische Sicht und Experimentierfreude inspiriert und in ihrem Schaffen bestätigt hat. 1950 kehrte die Familie und mit ihr auch Tochter Ruth nach Hagen zurück, 1953 wurde sie Mitglied des Hagenrings und Teil des Netzwerks Hagener Künstler, von denen einige sich noch heute und vor allem gestern bei der Vernissage an sie und den Austausch mit ihr erinnerten.

Die Kunst von Ruth Eckstein

Dr. Hubert Köhler hat in seiner kurzen Einführung erläutert, dass es eben die Mischung aus Abstraktion, Komposition und Figuration ist, die das Werk Ruth Ecksteins zusammenhält. Sie hat sich nicht auf ein Material, ein Format oder eine Form beschränkt, sondern experimentiert und keine Rücksicht darauf genommen, dass ein fast vier Meter hohes Bild nur schwer in einem Raum mit Normalmaßen unterzubringen ist. Ich fühlte mich beim Betrachten ihrer Werke abwechselnd an Kandinsky, Klee, Baumeister und alle meine Lieblingskünstler erinnert und dennoch hatten ihre Bilder etwas Einzigartiges. Umso verwunderlicher, dass ich – wie einige Bekannte, die ich gefragt habe – von ihr bisher noch nicht gehört habe. In Hagen eine Bildungslücke, das habe ich heute gelernt wie mir auch ein Besucher deutlich vermittelt hat, dass ich als Zugezogene eigentlich kein Recht hätte, mich überhaupt mit einer Hagener Künstlerin zu beschäftigen. Aber da bin ich wie Ruth Eckstein, so etwas lasse ich mir nicht vorschreiben, zumal ich mich immer freue, wenn ich erfahre, dass Frauen schon vor sechzig oder noch mehr Jahren ihren eigenen Weg gegangen sind. In jedem Fall lohnt sich ein Besuch der Ausstellung, die bis zum 2. Mai in der Ardenku-Galerie, Eduard-Müller-Straße 2, zu sehen ist. Ich werde auch noch einmal vorbeischauen. © 11.01.2015/11.06.2023 Birgit Ebbert www.vergessene-frauen.de

We use cookies to personalise content and ads, to provide social media features and to analyse our traffic. We also share information about your use of our site with our social media, advertising and analytics partners. View more
Cookies settings
Accept
Privacy & Cookie policy
Privacy & Cookies policy
Cookie name Active

Who we are

Suggested text: Our website address is: http://vergessene-frauen.de.

Comments

Suggested text: When visitors leave comments on the site we collect the data shown in the comments form, and also the visitor’s IP address and browser user agent string to help spam detection.

An anonymized string created from your email address (also called a hash) may be provided to the Gravatar service to see if you are using it. The Gravatar service privacy policy is available here: https://automattic.com/privacy/. After approval of your comment, your profile picture is visible to the public in the context of your comment.

Media

Suggested text: If you upload images to the website, you should avoid uploading images with embedded location data (EXIF GPS) included. Visitors to the website can download and extract any location data from images on the website.

Cookies

Suggested text: If you leave a comment on our site you may opt-in to saving your name, email address and website in cookies. These are for your convenience so that you do not have to fill in your details again when you leave another comment. These cookies will last for one year.

If you visit our login page, we will set a temporary cookie to determine if your browser accepts cookies. This cookie contains no personal data and is discarded when you close your browser.

When you log in, we will also set up several cookies to save your login information and your screen display choices. Login cookies last for two days, and screen options cookies last for a year. If you select "Remember Me", your login will persist for two weeks. If you log out of your account, the login cookies will be removed.

If you edit or publish an article, an additional cookie will be saved in your browser. This cookie includes no personal data and simply indicates the post ID of the article you just edited. It expires after 1 day.

Embedded content from other websites

Suggested text: Articles on this site may include embedded content (e.g. videos, images, articles, etc.). Embedded content from other websites behaves in the exact same way as if the visitor has visited the other website.

These websites may collect data about you, use cookies, embed additional third-party tracking, and monitor your interaction with that embedded content, including tracking your interaction with the embedded content if you have an account and are logged in to that website.

Who we share your data with

Suggested text: If you request a password reset, your IP address will be included in the reset email.

How long we retain your data

Suggested text: If you leave a comment, the comment and its metadata are retained indefinitely. This is so we can recognize and approve any follow-up comments automatically instead of holding them in a moderation queue.

For users that register on our website (if any), we also store the personal information they provide in their user profile. All users can see, edit, or delete their personal information at any time (except they cannot change their username). Website administrators can also see and edit that information.

What rights you have over your data

Suggested text: If you have an account on this site, or have left comments, you can request to receive an exported file of the personal data we hold about you, including any data you have provided to us. You can also request that we erase any personal data we hold about you. This does not include any data we are obliged to keep for administrative, legal, or security purposes.

Where your data is sent

Suggested text: Visitor comments may be checked through an automated spam detection service.

Save settings
Cookies settings